Neustrukturierung des Parteiensystems

In Politik by Aaron Rust

Als Bürger eines demokratischen Landes wird man in regelmäßigen Abständen dazu aufgefordert, Volksvertreter zu wählen. Hierbei stellt sich jede Wahl aufs Neue die Frage, welche Vertreter bzw. Verbände von Vertretern den eigenen Interessen am besten nachgehen können. Angenommen man beschäftigt sich mehrere Wochen intensiv mit den aktuellen Problemen der Politik, schreibt Listen mit Zielen und Anti-Zielen auf und kommt zu einer umfassenden Charakterisierung einer Person und ihrer Interessen, die man gerne als Volksvertreter haben möchte, so ist man spätestens in der Wahlkabine von der Verallgemeinerung der politischen Probleme durch die Reduktion auf Parteien stark enttäuscht. So behaupten diese vor der …

Bestimmt

In Sprache by Aaron Rust

Im Alltag begegnet man häufig Gesprächen nach dem folgenden Muster: Person A: “Gibt es in diesem Supermarkt auch weißen Pfeffer?” Person B: “Bestimmt”. Person B möchte in diesem Fall ausdrücken, dass sie sich relativ sicher ist, dass die Aussage der Wahrheit entspricht oder die Wahrscheinlichkeit hierfür hoch ist. In rein analytischer Betrachtung gibt Person B jedoch keinesfalls eine Zustimmung, sondern stellt fest, dass der Zustand, ob weißer Pfeffer vorhanden ist, festgelegt ist. Ob der Zustand jedoch wahr oder falsch ist, wird nicht artikuliert.

Das Genitivproblem

In Sprache by Aaron Rust

Der Genitiv wird im Allgemeinen bekanntlich dazu verwendet, um eine Zugehörigkeit bzw. Unterordnung eines Objektes in Relation zu einem anderen auszudrücken. Beispiele hierfür wären “Die Tür des Autos”, “Der Hund des Besitzers” oder “Die Pfote der Katze”. Hierbei ist das zuerst genannte Objekt stets die Zugehörigkeit bzw. Unterordnung des zweiten Objektes. Seltsam wird es jedoch bei den Ausdrücken “Die Epoche der Aufklärung” und “Die Sprache der Mathematik”. Zwar wird hier ebenfalls der Genitiv verwendet, jedoch scheint die Position der Worte in Anbetracht ihrer eigentlichen Beziehung vertauscht zu sein. So ist das theoretische Konstrukt einer Epoche (:D) keinesfalls ein Teil oder …

Das Identitäts- und Verantwortungsproblem großer Unternehmen

In Allgemein by Aaron Rust

Durch unser Wirtschaftssystem vorgegeben wird das Wachstum eines Unternehmens grundsätzlich als positiv angesehen. Wenn beispielsweise ein Restaurantbetreiber der Stadt A nun auch ein Restaurant in Stadt B unter gleichem Namen eröffnen würde, wäre man als Kunde, dem Restaurant A gefällt, darüber glücklich. Der Unternehmer selbst hätte dem gegenüber als Initiator selbstverständlich ebenfalls eine positive Einstellung. Doch was wäre, wenn eine Expansion eines Unternehmens ab einem gewissen Punkt sowohl für den Kunden als auch für den Unternehmer im Prinzip negativ ausfällt? Angenommen die Restaurant-Kette habe nun 80 verschiedene Restaurants und ein Journalist sei zufällig Gast in einem dieser. Er setzt sich, …

Den Fall gesetzt

In Sprache by Aaron Rust

“Gegessen den Apfel.” Klingt irgendwie komisch, oder? Ich behaupte annähernd allen, die diese Wortfolge lesen, würde sofort der Gedanke in den Sinn kommen, das hier irgendein Fehler vorliegt. Wahrscheinlich würden selbst Grundschulkinder sofort korrigieren können und sagen: “Das heißt: Den Apfel gegessen!”, womit sie natürlich Recht hätten. Trotzdem scheint die im Bildungssprachlichen beliebte Phrase “Gesetzt den Fall, …” nahezu niemandem gegen sein Sprachgefühl zu gehen, obwohl es sich um die exakt selbe Situation handelt. Auch hier könnte man eine leichte Korrektur anwenden: “Den Fall gesetzt, …” wäre nämlich nicht nur gleichwertig zum Original zu nutzen, es wäre auch logisch.

Verbreitete deutsche Sprachfehler

In Sprache by Aaron Rust

In diesem Post stelle ich nach und nach Sprachfehler der deutschen Sprache zusammen, welche mir häufig im Alltag begegnen. Dabei steht links immer das gesprochene Falsche und rechts die korrigierte Form. 1) Baden Württe N berg –> Baden Württe M berg

Selektive Wahrnehmung

In Psychologie by Aaron Rust

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel wir in unserem Kopf verarbeiten ohne, dass wir tatsächlich von der Wahrnehmung aktiv Kenntnis nehmen. So habe ich gerade beim Durchstöbern der YouTube Frontpage angefangen, das Lied Hallelujah zu summen, während ich etwas in die Suchzeile eingab. Erst beim Herunterscrollen habe ich den Videovorschlag entdeckt, welcher mein Summen höchstwahrscheinlich ausgelöst hat. Diese selektive Wahrnehmung finde ich deshalb so faszinierend, da bei mir und vor allem Leuten, die sich dieses Phänomens nicht bewusst sind, schnell der Eindruck entstehen könnte, YouTube hätte meine Gedanken prognostiziert und mir dazu ein passendes Video angezeigt, was natürlich nicht …

Einfachheit

In Gedankenspiele by Aaron Rust

Immer wieder sehe ich beim Durchstöbern von Beiträgen auf YouTube Kommentare, welche den Schwierigkeitsgrad der im Beitrag gezeigten Inhalte dermaßen runterspielen, sodass man meinen könnte, jedes Kleinkind wäre dazu befähigt. In diesem Zuge liest man oft die Sätze “Das ist doch einfach.” oder “Wenn man übt, kriegt man das schon hin.” Dabei wird von vielen diese Einfachheit als etwas Allgemeingültiges definiert, welche quasi auf jede Fähigkeit zutreffen kann, wenn man sie als Mensch erlernen kann, dabei verfehlen viele den Sinn von Anstrengung und wertzuschätzender Arbeit um Längen. Wenn man Anerkennung durch andere Menschen sucht, geht es nicht darum, etwas zu …